04 | 25. April | Kleider machen Leute

Kleider machen Leute

Die Vortragsveranstaltung zum Freiheitsgedanken der Mode im Butzbacher Museum, am 25. April 2024 um 18.30 Uhr im Butzbacher Museum verbindet Historie mit der Gegenwart und ist Impulsgeber für den öffentlichen Stadtraum in der Innenstadt und das Museum. Mit der Fotoausstellung auf dem Marktplatz wird der öffentliche Raum zur Aktionsfläche und soll neugierig auf die Wissensinhalte und Exponate machen.

Um eine zeitnahe Anmeldung per E-Mail wird gebeten, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, unter: team360@marketing-effekt.de

Die Veranstaltung findet am 25. April 2024 um 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr) im Butzbacher Museum (Färbgasse 16) statt. Der Eintritt ist kostenlos.

Gepflegte Kleidung fördert Ansehen und Sympathie. Das wussten schon die Römer: “Vestis virum reddit” – „Kleider machen Leute“. Ursprünglich war es eine Mahnung: Man sollte Erfolg und Wohlstand nicht durch eine entsprechende Kleidung vortäuschen. Der Schweizer Dichter Gottfried Keller beschreibt in seiner bekannten Novelle “Kleider machen Leute” genau dies: Darin kleidet sich ein Schneidergeselle außergewöhnlich gut und wird in der fremden Stadt prompt für einen Grafen gehalten. Heutzutage wird mit Kleidung eher untertrieben, und der Dresscode für Wanderer unterscheidet sich nur marginal von dem des Konzertbesuchers.

Unter der Überschrift „Kleider machen Leute“ wird Christine Borchers-Fanslau über das Thema von Kleidung und Mode durch die Jahrhunderte sprechen. Von der anfänglichen reinen Schutzfunktion gegen Wind und Wetter, geht die Zeitreise über Krinoline und Korsett im 17. und 18. Jahrhundert zur Französischen Revolution, während der der ständisch-soziale Zuweisungscharakter von Kleidung aufgehoben wird. Bis zur Mode, die durch individuelle Geschmackskompetenzen und finanzielles Vermögen geprägt ist, wird eine spannende Entwicklung bis heute dargestellt. Kleidung ist ein Seismograph gesellschaftlicher Entwicklung. Ein wahrhaft spannendes Thema, zumal man sich jeden Morgen die gleiche Frage stellt: Was ziehe ich an!

Nachhaltig wurde Kleidung bis zur Industrialisierung schon immer produziert – schon aus der Not heraus. Wie nachhaltige Textilproduktion heute möglich ist, darüber berichtet Jan Lammers von hessnatur. Anschließend bietet Borchers-Fanslau eine Führung durch die volkskundliche Abteilung des Museums an. Begleitet wird die Veranstaltung von einer Fotoausstellung auf dem Marktplatz und im Vorgarten des Museums mit großformatigen Aufnahmen, die Rüdiger Fanslau von Trachtenträgern aus Kirch-Göns mit ihren schönsten Stücken modern fotografiert hat.

Butzbach befindet sich im Förderprogramm des Landes Hessen „Lebendige Zentren“. Damit die Innenstadt auch künftig Ort der Begegnung, des Austauschs und der Identifikation für alle Menschen bleiben kann, stehen der Erhalt und die Entwicklung lebendiger und identitätsstiftender Innenstädte und Ortskerne im Mittelpunkt des Förderprogramms.